Achtsamkeit begleitet mich seit 2013 — und der Weg von den ersten Begegnungen mit dem MBSR-Programm (Stressbewältigung durch Achtsamkeit) bis zu meinem eigenen MBSR-Onlinekurs, der nun online ist, war alles andere als geradlinig. Ich bin Umwege gegangen, habe Pausen gemacht, habe das Thema eine Weile in den Hintergrund treten lassen und es dann auf eine ganz andere Art wieder aufgenommen. Rückblickend erkenne ich, dass genau diese Umwege dazu beigetragen haben, dass dieser Kurs jetzt so geworden ist, wie er ist — mit einer Tiefe und einer Verbindung, die ich mir vor einigen Jahren noch nicht hätte vorstellen können.
In diesem Kurs befinden sich Monate der Entwicklung, Jahre des Lernens und ein innerer Prozess, der sich parallel zu allem anderen in meinem Leben entfaltet hat — durch eine Trennung, durch den Einstieg in Human Design, durch Ausbildungen, durch das Unterrichten, durch das Loslassen und das Wiederfinden. Ich möchte heute davon erzählen, weil ich glaube, dass der Weg zu diesem Kurs genauso wichtig ist wie der Kurs selbst — und weil er zeigt, warum mir die Verbindung zwischen Achtsamkeit und Human Design so am Herzen liegt.
Wie alles begann — mit MBSR & Achtsamkeit
Mein erster Kontakt mit Achtsamkeit war 2013 der MBSR-Kurs meines damaligen Mannes — das Achtsamkeitsbasierte Stressreduktionsprogramm nach Jon Kabat-Zinn, das er in den Siebzigerjahren an der Universität Massachusetts entwickelt hat. Seine Entwicklung hat mich inspiriert, die Ausbildung selbst zu machen, danach als MBSR-Lehrerin zu unterrichten, Kurse zu geben, Menschen durch diese acht Wochen zu begleiten. Es war eine prägende Zeit, und ich habe in dieser Arbeit viel gelernt — über Stress, über den Körper, über das, was passiert, wenn Menschen anfangen, wirklich hinzuspüren.
Und gleichzeitig habe ich in diesen Kursen immer wieder beobachtet, wie unterschiedlich das Erleben der Teilnehmenden war — nicht nur in dem, was ihnen Stress bereitete, sondern auch auf einer viel tieferen, körperlichen Ebene, ohne dass der Verstand überhaupt eine Rolle spielte. Ich habe gespürt, dass das klassische MBSR-Programm in seiner allgemeinen Form etwas auslässt — diesen individuellen Blick auf das, was in jedem einzelnen Menschen anders ist.

Die Jahre des Suchens
Ich habe in dieser Zeit wirklich intensiv gesucht — vielleicht intensiver, als mir damals bewusst war. Parallel zur MBSR-Lehrerausbildung habe ich noch eine zweijährige Yoga-Lehrerausbildung absolviert, eine Ausbildung zur zertifizierten Sitzgruppenleiterin und eine Weiterbildung in traumasensibler Achtsamkeit. Ein Teil dieser Zeit war auch am Benediktushof in Holzkirchen, einem Meditationszentrum, das für mich nicht nur Ausbildungsort war, sondern ein Ort, an dem ich das alles wirklich leben und erleben konnte — auch das Foto, das diesen Artikel begleitet, ist dort entstanden.
Rückblickend frage ich mich manchmal, ob ich in all diesen Ausbildungen immer wieder nach demselben gesucht habe: nach dem Kern. Nach etwas, das wirklich trägt. Ich habe es in der Achtsamkeit gefunden, in Teilen. In der Körperarbeit, in der Stille des Benediktushofs, in der traumasensiblen Arbeit. Und trotzdem war da immer noch etwas, das nicht ganz passte, das fehlte. Erst als Human Design in mein Leben kam, hat sich das alles irgendwie komplettiert — nicht weil Human Design die anderen Wege ersetzt hätte, sondern weil es ihnen einen Rahmen gegeben hat. Hier bin ich angekommen. Und von hier aus macht auch die Achtsamkeit noch einmal einen anderen Sinn.
Dazu kam, was viele kennen, die in einer Umbruchphase leben: eine Trennung, Kinder, Verantwortung, Neuorientierung, eine Welt, die in dieser Zeit immer volatiler wurde. Abendkurse, wie sie im klassischen MBSR-Format üblich sind, ließen sich kaum vereinbaren mit dem, was das Leben gerade von mir verlangte. Und ich merkte, dass ich nicht nur praktisch an Grenzen stieß, sondern auch innerlich — dass ich ein Format brauchte, das zu meinem Leben passte, nicht umgekehrt. So ist das MBSR-Thema für eine Weile in den Hintergrund getreten — eine Phase, die ich in einem früheren Journalbeitrag über meinen Weg von der Wissenschaft zum Human Design ausführlicher beschrieben habe. Die Achtsamkeitspraxis habe ich für mich selbst weiter gepflegt und habe noch einmal ein ganzes Jahrestraining als Vertiefung gemacht — das Atman-Programm bei Homodea, das noch einmal neue Aspekte hineingebracht hat.
Dann kam Human Design
Noch während ich als MBSR-Lehrerin arbeitete, kam Human Design in mein Leben. Und ich erinnere mich gut an dieses Gefühl, das sich langsam einstellte: dass hier etwas war, das genau das benennen konnte, was mir im MBSR-Kontext gefehlt hatte. Diese Sprache für das Individuelle, für die spezifische Art, wie ein Mensch wahrnimmt, reagiert, unter Druck gerät — nicht als allgemeine Theorie, sondern als sehr konkreter Blick auf eine sehr konkrete Körpergrafik.
Je tiefer ich in Human Design eintauchte, desto klarer wurde mir, dass das Stresserleben nicht nur individuell ist, sondern im Design angelegt — in den offenen Zentren, in der Art, wie ein Mensch auf seine Umgebung reagiert.
Offene Zentren sind in der Körpergrafik jene Bereiche, die besonders durchlässig sind für das, was außen passiert. Sie verstärken, was sie aufnehmen — und überall dort, wo die Aufmerksamkeit immer wieder hingezogen wird, beginnt der Verstand, etwas verbessern, lösen oder kontrollieren zu wollen. Es entsteht ein Mangelbewusstsein, ein Selbstzweifel, eine innere Unruhe, die den Körper unter Stress versetzt, ohne dass irgendjemand von außen etwas getan hätte. Und die einzelnen Zentren haben zudem einen direkten Bezug zu konkreten Organsystemen im Körper — was bedeutet, dass man dort noch einmal sehr gezielt schauen kann, wo sich Stress körperlich manifestiert und was das mit dem eigenen Design zu tun haben könnte.
Ich hatte damals die Hoffnung, dass Menschen über das Thema Achtsamkeit zu mir in die Begleitung finden würden — ins Coaching, in die Human Design Analyse. Aber so hat es sich nicht entwickelt. Und rückblickend verstehe ich, warum: Die beiden Wege haben ihre je eigene Logik, ihre eigene Tiefe, ihre eigene Klientel. Sie brauchten mehr Zeit, um wirklich zusammenzuwachsen — in mir, und in dem, was ich anbieten kann.
Was jetzt entstanden ist
Die Frage, die mich dann begleitet hat, war: Was braucht es für ein Format, das Menschen wirklich gut begleitet und gleichzeitig Raum für Austausch lässt — ohne die Starrheit fixer Kurszeiten, ohne die logistische Herausforderung von Abendterminen, aber mit der inhaltlichen Tiefe, die dieses Programm verdient?
Die Antwort ist dieser Selbstlernkurs, den ich über die letzten Wochen und Monate innerlich und äußerlich entwickelt habe. Er folgt dem klassischen Acht-Wochen-Format, genau so, wie es Jon Kabat-Zinn in den Siebzigerjahren konzipiert hat — mit allen Elementen, die das Programm ausmachen: Body Scan, Yoga, Sitzmeditation, die Auseinandersetzung mit Stress, Kommunikation und Selbstmitgefühl. Und er ist ZPP-zertifiziert, was bedeutet, dass er von den Krankenkassen in Deutschland bezuschusst wird — in vielen Fällen bis zu einhundert Prozent, also ohne nennenswerte finanzielle Belastung.
Dieser Zertifizierungsprozess durch die Zentrale Prüfstelle Prävention war alles andere als ein Selbstläufer — er hat viel Dranbleiben, Organisation und eine beachtliche Menge an Formularen gebraucht. Und gleichzeitig ist er mir wichtig, weil er mehr ist als eine bürokratische Hürde. Der MBSR-MBCT Verband hat sich diese Anerkennung über Jahrzehnte erarbeitet, und die ZPP-Zertifizierung ist eine echte Qualitätsprüfung — ein Zeichen dafür, dass das Programm nicht nur inhaltlich fundiert ist, sondern auch den Standards entspricht, die für eine gesundheitliche Wirksamkeit nachgewiesen sind. Das war mir bei der Entwicklung dieses Kurses von Anfang an ein Anliegen.
Es war auch eine neue Erfahrung, diese Inhalte so aufzubereiten — vor der Kamera zu sprechen, Strukturen pädagogisch durchzudenken, ein Format zu entwickeln, das trägt, auch wenn niemand physisch im Raum ist. Weil ich weiß, dass MBSR innere Prozesse anstoßen kann, wollte ich dabei auch eine Ansprechsmöglichkeit bieten — ohne Verpflichtung, aber als Angebot. So ist ein wöchentlicher Zoom Austauschraum entstanden, sonntags, in dem Teilnehmende des Kurses Fragen stellen, Erfahrungen teilen und Vertiefungen finden können — und dazu eine optionale WhatsApp Gruppe für alle, die den Austausch auch zwischendurch mögen. Wer den Kurs lieber ganz für sich alleine durchläuft, kann das genauso tun.
Wohin der Achtsamkeitsweg führt
Was mich an diesem Kurs am meisten freut, ist nicht nur, dass er jetzt da ist — sondern was er ermöglicht. Und ich möchte dabei etwas klarstellen, das mir wichtig ist: Es gibt keine vorgeschriebene Reihenfolge. Manche Menschen kommen über die Achtsamkeit zu Human Design, andere über Human Design zur Achtsamkeit, und wieder andere beginnen beides gleichzeitig. Was für das eigene System stimmig ist, zeigt sich oft erst im Gehen. Denn auch das, was die richtige Form von Achtsamkeitspraxis ist, ist höchst individuell — für manche ist es die Stille der Sitzmeditation, für andere die achtsame Bewegung, der Body Scan oder etwas ganz anderes. Human Design kann auch dabei helfen, genauer hinzuschauen, welche Form dem eigenen System näher liegt.
Was ich mir für die Zukunft wünsche, sind Programme, in denen Achtsamkeit und Human Design wirklich zusammenkommen — nicht als Theorie, sondern als gelebte Verbindung. Jedes gestresste System kann nicht lernen, das ist keine Metapher, das ist Neurobiologie. Achtsamkeitspraxis schafft den inneren Raum, der nötig ist für echte Veränderung, für tiefe Prozesse, für den Dekonditionierungsprozess, den Human Design beschreibt. Und Human Design bringt den individuellen Blick hinein — die Frage, wo genau mein Stresserleben sitzt, was meine offenen Zentren damit zu tun haben, und wie ich damit bewusster umgehen kann.
Das ist die Verbindung, für die ich in den letzten Jahren auf beiden Seiten gearbeitet habe. Wer jetzt schon Teil davon sein möchte, findet den Einstieg im kostenlosen Begrüßungsmodul — einem ersten Einblick in die Grundlagen von MBSR, in meinen persönlichen Achtsamkeitsweg und in die Frage, wie die Krankenkassenbezuschussung funktioniert. Einfach reinschauen, in eigenem Tempo, ohne Verpflichtung. Und wer informiert bleiben möchte, wenn neue Angebote und Programme entstehen, kann sich auch für meinen Newsletter eintragen — den Link dazu findest du ganz unten auf der Journalseite.
Ein achtsamer Moment für dich
Vielleicht magst du dir einen Moment Zeit nehmen und für dich nachspüren:
- Wo merkst du, dass allgemeine Antworten dir nicht reichen — dass du etwas Individuelleres brauchst?
- Welche körperlichen Signale von Stress kennst du bei dir, die auftauchen, noch bevor der Kopf anfängt zu erklären?
- Was würde sich verändern, wenn du aufhörst, deinen Stress wegmachen zu wollen, und stattdessen fragst, was er dir zeigt?

